ThomasKoeck-©MaxZerrahn

Thomas Köck geboren 1986 in Oberösterreich, arbeitet als Autor und Theatermacher. Studierte Philosophie in Wien und an der FU Berlin sowie Szenisches Schreiben und Film an der UdK Berlin. War Regieassistent bei Claudia Bosse und Lektor im diaphanes Verlag. Mit einem Dokumentarfilmprojekt über den libanesischen Bürgerkrieg eingeladen zu Berlinale TALENTS sowie nominiert für den Filmförderpreis der Bosch Stiftung. Konzipierte Lese- und Veranstaltungsreihen in Wien, Berlin und Mannheim. Seine Stücke erscheinen im Suhrkamp Verlag und wurden ua im Akademietheater Wien, im Thalia Theater Hamburg, bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen, im Schauspielhaus Wien, oder im Staatstheater Karlsruhe gespielt. Ab 2017 auch erste eigene Regiearbeiten. Er war Hausautor am Nationaltheater Mannheim und erhielt u.a. den Else-Lasker-Schüler-Preis, den Dramatikpreis der österreichischen Theaterallianz, das Thomas Bernhard Stipendium oder zuletzt den Kleist-Förderpreis. Zusammen mit anderen AutorInnen gründete er außerdem den Blog „nazisundgoldmund.net“ der sich mit dem Rechtsruck in Europa beschäftigt.

paradies fluten – verirrte sinfonie
(teil eins der klimatrilogie)
Wassermassen gleich dringen die Worte und Bilder auf uns ein, die Thomas Köck im ersten Teil seiner ›Klimatrilogie‹ entwirft. Sind es Fluten aus dem Paradies, die hier anrollen als Fluch, Rache oder Segen für die Erde? Oder wird gar das irdische Paradies selbst geflutet, unbewohnbar gemacht? Sprachgewaltig und von melancholischer Komik durchsetzt schlägt der Autor virtuos einen Bogen von der Frühphase der Globalisierung bis ins Heute: vom Kautschukboom des späten 19. Jahrhunderts, dem ganze Landstriche und Völker zum Opfer fallen, über den wahnwitzigen Export bürgerlich-europäischer Kultur durch den Bau des Opernhauses Teatro Amazonas, bis hin zur Geschichte einer Tänzerin, die die nackte Gewalt der heutigen Arbeitswelt – voll flexibilisiert, auf Projektbasis und im Selbstmarketing – zu spüren bekommt. Werden die Fluten das letzte bisschen Menschlichkeit dieser Erde wegspülen wie ein Gesicht im Sand am Meeresufer?
Ein Stück für u. a. ein ertrinkendes Tanzensemble, ein erschöpftes Symphonieorchester, zwei Überlebende in Klimakapseln und eine durchschnittliche weiße mitteleuropäische Familie.
Preise / Auszeichnungen:
Kleistförderpreis 2016
nominiert für den Heidelberger Stückemarkt 2016
Eröffnungsproduktion der Autorentheatertage DT Berlin 2016 (Inszenierung: Theater Rampe)
Besetzung: variabel
Übersetzung ins Französische, Polnische und Spanische liegen vor.
Aufführungsrechte: Suhrkamp Theater Verlag
UA: Ruhrfestspiele Recklinghausen, Koproduktion Staatstheater Mainz, Ruhrfestspiele Recklinghausen, Kleist Forum Frankfurt/O.
02.06.2016
Regie: Sara Ostertag

jenseits von fukuyama
Im Institut für Glücks- und Zukunftsforschung ist das Team um Dr. Phekta auf der Suche nach dem Sinn menschlicher Existenz. In Wirklichkeit wird hier die Summe der Gewohnheiten, Onlineprofile etc. der Menschen gesammelt, gespeichert, analysiert, organisiert und an Entscheidungsträger weiterverkauft. Ziel ist die reibungslose Kontrolle der Gesellschaft. Natürlich dürfen die Daten nicht in die Öffentlichkeit gelangen – wo sie selbstverständlich landen. Während im »Draußen« der »Chor der enttäuschten Erwartungen« schon den Widerstand probt und gegen die Ausmessungen und Auswertungen seiner Biografien protestiert, tobt zwischen den Mitarbeitern des Instituts ein tödlicher Konkurrenzkampf.
Schlagfertig, die Absurditäten der Jetztzeit konsequent weiterdenkend, sprachlich verspielt und ungemein komisch, fragt Thomas Köck in seinem Suhrkamp-Debüt nach den Utopien, die das Leben nach dem »Ende der Geschichte« noch für uns bereit hält.
Besetzung: 3 D, 2 H
Übersetzungen ins Französische, Spanische und Türkische liegen vor.
Aufführungsrechte: Suhrkamp Theater Verlag
Preise: Osnabrücker Dramatikerpreis 2014
UA: Theater Osnabrück
17.05.2014
Regie: Gustav Rueb