Fritsch

Noch immer ist Sprache der größte Katalysator für Phantasie: aus wenigen Phonemen entstehen Welten, nicht nur von dieser Welt.
Sprache ruft immer noch die tiefsten Bilder in den Köpfen der Zuschauer und Zuhörer hervor: Filme, entwickelt im Kopierwerk des eigenen Kopfs. Der Autor der letzte Demokrat: Er glaubt an das Potential der Phantasie. Indem ich einen Bruchteil des Mondrunds zeige, ersteht im Kopf des Zuschauers die Kugelgestalt des Gestirns.

Werner Fritsch, 1960 in Waldsassen/Oberpfalz geboren. 1987 erscheint sein vielbeachteter Roman CHERUBIM. Zu seinen zahlreichen Stücken gehören CHROMA, HYDRA KRIEG, BACH und WONDREBER TOTENTANZ oder auch die Monologe SENSE, JENSEITS, NICO und DAS RAD DES GLÜCKS, die auf der Bühne, für den Rundfunk oder fürs Kino realisiert wurden. Außerdem veröffentlichte er Prosa wie zum Beispiel STEINBRUCH und STECHAPFEL und drehte  u.a. die Film DAS SIND DIE GEWITTER IN DER NATUR, und ICH WIE EIN VOGEL. Seine Arbeiten wurden u.a. mit dem Robert-Walser-Preis, dem Hörspielpreis der Kriegsblinden, dem Else-Lasker-Schüler-Preis und dem Arno-Schmidt-Stipendium ausgezeichnet. Für sein aktuelles Hörspiel ENIGMA EMMY GÖRING erhielt er die Auszeichnung als Hörspiel des Jahres 06 und den ARD Hörspielpreis 2007.
Als Regisseur inszenierte er zuletzt  sein Stück DAS RAD DES GLÜCKS am Bayerischen Staatsschauspiel.
Im Wintersemester 2008/09 war er Gastdozent an der Goethe Universität in Frankfurt, wo er unter dem Titel DIE ALCHEMIE DER UTOPIE  seine Poetik Vorlesungen hielt, davor war er unter anderem Gastdozent des Szenischen Schreibens an der UdK Berlin und unterrichtete am Leipziger Literaturinstitut.
Werner Fritsch ist Mitglied des Pen-Clubs und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.
Zur Zeit arbeitet er an dem Film FAUST  SONNENGESANG .
Werner Fritsch lebt in Hendelmühle und Berlin.

CHERUBIM
Besetzung: 1M

Ein alter Knecht, Wenzel Heindl, erzählt aus seinem Leben und seiner Welt. Es ist ein hartes Leben und eine magische Welt. Er erzählt in der kräftigen bilderreichen Sprache seiner Region, die alles anschaulich und selbstverständlich ausdrückt, was uns Heutigen unverständlich geworden ist.
UA: Nationaltheater Mannheim, 20.12.1998, Regie: Christoph Biermeier

Nico – Sphinx aus Eis
Besetzung: 1F

Nico, Sängerin der Gruppe Velvet Underground, Ikone der 60er und 70er Jahre, Schlüsselfigur noch für die Punk- und Gothicbewegung. Andy Warhol nannte sie seine Mondgöttin, sie selbst sich Fatamorgana. Werner Fritsch reflektiert in einem großen Monolog die Arbeit und das Leben dieser Frau.
UA: Staatstheater Darmstadt, 12.01.2002, Regie: Thomas Krupa